Das Hauptgebäude der Kieler Universität 1876 bis heute •
Sonderausstellung in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung


Jürgen Kuntze
Modell Kollegiengebäude
Das Modell stellt den Zustand von 1902 dar. Die ursprüngliche Dreiflügelanlage ist auf der nördlichen Seite durch einen weiteren Gebäudeteil erweitert. Abweichend vom Modell war das reale Gebäude im Sockelbereich in hellem Rot gehalten, darüber dominerte Ockergelb.
Rüdiger und Cordelia Andreßen

Das Gropius-Ensemble
Das Kollegiengebäude bildete den Mittelpunkt eines ganzen Ensembles, das das Kultusministerium bei Gropius und Schmieden für die Kieler Universität beauftragte: Institute für Chemie, Physiologie, Anatomie und Botanik.
Der schnell wachsende Buchbestand der Universität erforderte auch den Bau einer neuen Bibliothek, die ab 1873 geplant und 1884 fertiggestellt wurde. Es handelte sich um den ersten Entwurf für eine Magazinbibliothek in Deutschland.
Auch das Zoologische Museum entstand nach Plänen von Gropius und Schmieden, die sie gemeinsam mit dem Museumsdirektor Karl August Möbius entwickelten. Im Zentrum stand dabei eine von oben beleuchtete Schauhalle, umgeben von Galerien. Die im Äußeren konventionelle Architektur wies für beide Gebäude sehr innovative Strukturen im Inneren auf, indem sie erstmals Räume für den Publikumsverkehr von internen Arbeitsräumen trennte und moderne Materialien wie Stahl verwendete.



Fensterrahmen
Die Rahmen der großen Fenster über dem Hauptportal waren in Form von Pilastern gestaltet. Der Pfeiler aus Holz steckt in einem korinthischen Kapitell aus Metall.







Athena
Die Göttin des Schutzes, der Kriegskunst und des Wissens repräsentierte im Korridor die Verbindung von antiker Weisheit und moderner Bildung.
Den Zinkabguss erhielt die Universität 1871. Das Original entstand im 4. Jh.v.C.

Kandelaber
Gipsabguss eines Marmorleuchters aus dem Vatikan, den die Universität 1860 ankaufte. Der obere Teil ist nicht erhalten.
Vase des Sisibios
Das Original dieser Vase schuf der in Rom lebende Bildhauer Sisibios etwa 50 v.C. Die Universität erwarb den Gipsabguss 1860. Das Original befindet sich im Louvre

Solon und Aristoteles
Im Juni 1881 wurden 4 Portalstatuen griechischer Gelehrter als Symbole der Gründungsfakultäten der Universität vor dem Kollegiengebäude aufgestellt. Nach einem Luftangriff 1944 waren die Köpfe der Figuren verschwunden. Auf nicht mehr nachvollziehbarem Weg gelangten 3 Köpfe in die Antikensammlung der Universität.
Steinplatte in der Mitte
Wahrscheinlich Fragment des Sinnspruches
MH(Delta)EN A(Gamma)AN = Nichts im Übermaß








Titelbild: Foto einer Zeichnung, die im Andreas-Gayk-Haus aushing.

