Hippolyt

Titelbild: Dierick Bouts


frühchristlicher Autor – * um 170 † 235

  • Traditio Apostolica / Kirchenordnung
  • anti-häretische Schriften / polemische Schriften gegen die Gnostiker (durch seine Zitate sind gnostische Texte erhalten geblieben – s.u.)
  • Offizier (?) – Bischof (?)
  • Märtyrer – wurde von 4 Pferden in Stücke gerissen
  • hippolytos = Pferdebefreier
  • Reliquien und Kult europaweit
  • Gedenktag 13. August

Hippolyt V, 10 • der Naasenerpsalm

Werdegesetz von allem war der erste NOUS (Sinn)
Der zweite nach dem ersten war das CHAOS (Unsinn), ausgeschüttet.

Als drittes nahm die Psyche das Gesetz der Arbeit. 
Drum ist sie wie der Hirsch in Fell gehüllt. 
Gepackt von Todesangst hetzt sie dahin.
Bald hat sie Raum, sieht Licht, 
Bald weint ins Elend sie geworfen, 
Bald lacht sie auf und weint doch schon.
Bald weint sie auf und wird verdammt.
Bald dann verdammt, fühlt sie das Sterben. 
Bald wird ihr Rückkehr. Die Unselige!
Sie lief verwirrt ins Labyrinth.

Da sprach Jeses: „Schau doch, Vater!
Als Beute des Bösen schweift’s über die Erde, 
Und doch von deinem Hauch gebildet, 
Versucht’s zu fliehen bitteres Chaos, 
Und weiß doch nicht, wie durchzukommen. 
Aus diesem Grunde schick mich, Vater. 
Mit Siegeln will herab ich steigen, 
Will jeden derÄonen überwanden, 
Mysterien, sie alle offen machen. 
Die Gottgestalt will ich alle weisen:
Das Abgetretene des heiligen Weges, 
Gnosis rufend, will ich bereiten.“

Hippolyt VI, 37,6-8 • Fragment VIII des Valentinos

Ernte.
Ich schaue, alles hängt am Geiste!
Ich erkenne, alles fährt im Geiste dahin!
Fleisch hängt an Seele,
Seele hängt an Hauch,
Hauch hängt am Glanz.
Aus der Tiefe kommen Früchte,
Aus dem Schoß kommt ein Kind.