Ausflug nach Ratzeburg

Zum Geburtstag hatte ich meiner Mutter einen Ausflug in ihre Geburtsstadt Ratzeburg geschenkt.

Auf geht’s – 65 Jahre in die Vergangenheit!

Kurz vor Lübeck ein Missverständnis, wo wir eigentlich längs fahren wollen. Direkter Weg oder durch die Innenstadt von Lübeck? Jedenfalls landen wir plötzlich auf dem Teilstück der Autobahn, das mit einer Oberleitung ausgestattet ist.
Merkwürdig, darunter zu fahren.

Wir fahren „die alte Strecke“ durch die Innenstadt.

Holstentor
Katharinenkirche
St.Jacobi

Wir tuckern hinter der Müllabfuhr hinterher und haben so genug Zeit über die vielen Backsteinbauten zu staunen. Diese Ecke von Lübeck (Große Burgstraße) kenne ich noch nicht.

Landesamt für soziale Dienste
Burgtor

Auf der „neuen“ B207 geht es weiter Richtung Süden. Keine Aha-Erlebnisse bis zur Abfahrt nach Pogeez. Auf Höhe des Ortsschilds sagt Mama: „Da kommt links die Tankstelle, davor müssen wir rein.“
Und ja, da ist die Tankstelle:

Das Haus meines Urgroßvaters Reinhard Theiß, genannt „Tick-Tack-Opa“. Wir haben ihn hier häufig besucht, um ihm mit seinem großen Garten zu helfen.

Etwas unangenehm ist es ja schon, auf ein Haus zu starren, das nun anderen Leuten gehört. Aber ein schneller Schnappschuss muss sein.

Ich möchte unbedingt einmal den Weg runter zum See gehen. Ich glaube, als Kind war ich nie da unten. Ich erinnere mich nur an meinen Wunsch.

Weiter geht die Fahrt nach Ratzeburg. Wir parken in der Domstraße und gehen Richtung Dom. Das Paul Weber Museum interessiert uns heute nicht. Aber die riesige alte Eibe, die daneben steht.

Das Kreismuseum ist verpackt und eine riesige Baustelle. Also gehen wir „nur“ den Dom und den Klosterbereich besichtigen.

Danach machen wir einen Abstecher auf den Friedhof, der viele alte Erinnerungen weckt. Wir finden das ehemalige Grab von Rüdiger.

Von da fahren wir in die Ziethener Straße.
Meine Ma stößt plötzlich einen kurzen Schrei aus; sie hat das Haus der netten, alten Nachbarin erkannt. Es ist unverändert – genauso wie ihr Elternhaus daneben.

Ein kleines Stück weiter der ehemalige Bauernhof von Onkel Heini. Dem gehörte das ganze Land ringsum, und der – wohl etwas zwielichtige – Erbe hat mit dem Verkauf als Bauland ein kleines Vermögen gemacht. Meine Großmutter soll sehr enttäuscht gewesen sein, denn sie hatte ein gute Verhältnis zu Onkel Heini und hat dort täglich mitgeholfen.

Nach so vielen Eindrücken kehren wir ein und gönnen uns eine Fischplatte in der Fischerstube direkt am See. Das Leben ist schön!

Mit dem Auto geht es rauf zu St. Georg auf dem Berge. Toller Blick über den See und die Stadt!

Auf der Rückfahrt noch ein kurzer Halt beim Ansveruskreuz. Durch den Tunnel zurück auf die B207 und Richtung Heimat. Für heute haben wir genug gesehen und erlebt.

25. September 2025