Peter H. Schulze
Biographie der Pharaonin Hatschepsut • Ausgabe von 1981 – durch neue Forschungsergebnisse bestimmt in vielen Teilen veraltet.
Hatschepsut = Erste der Edelfrauen
Khnemetamun = die Amun umfängt
Makarê = die Weltordnung ist das Wesen des Sonnengottes
Amun, der gekommen ist, sie auf die Nase zu küssen…
Inschrift im Tempel von Der el Bahari
- zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wird die Legende von der Geburt eines Gotteskindes durch eine Menschenfrau erzählt
- 20 Jahre weiblicher Pharao
- neue Gesetzgebung: das gleiche Recht für alle Ägypter
- neues Lebensgefühl, neue Dichtung (Liebeslyrik), neue Architektur > die geistesgeschichtliche Geburt des Individuums
- Vater: Thutmosis I. • Mutter: Ahmose
Ägyptisches Denken dagegen ist dem Sowohl-Als-Auch verhaftet. ES abstrahiert die unendliche Vielfalt der Erscheinungen in Begriffen, die Kreisen gleichen, die sich nicht ausschließen, sondern einander weit überschneiden. … Für den Ägypter war in jedem einzelnen Gott, dem er sich gerrade zuwandte, die ganze Wirklichkeit des Göttlichen anwesend, waren „die Einzelgötter nur Einzelaspekte der göttlichen Kraft und Fülle des Lebens.“
Inschriften
Hymne an Amun
Du bist der Einzige, der das Seiende schuf,
der Einzige, der allein war, als er alles Wesen schuf,
aus dessen Augen die Menschen herauskamen,
aus dessen Mund die Götter entstanden,
der das Kraut für die Herden schuf
und den Lebensbaum für die Menschen;
der hervorbringt, wovon die Fische im Strom leben
und die Vögel die am Himmel dahinfliegen;
der dem Küken im Ei die Luft gibt
und der das Junge der Schlange ernährt;
erschafft, wovon die Mücken leben, die Würmer und Flöhe,
der schafft, wessen die Mäuse in ihren Löchern bedürfen
und der die Vögel in jedem Baum ernährt.
Heil Dir, der dies alles schuf, einzig und allein,
der die Nacht durchwacht, während alle Welt schläft,
Vielarmiger, indem er das Vortrefflichste für seine Herden sucht.
AMUN, dauernd in allen Dingen,
ATUM, Harachte.
Atum = Urgott; Harachte = Horus im Licht
Hymne an Hathor
Preis Dir, goldene Kuh
mit schönem Gesicht und vielen Farben.
Einzige im Himmel ohnegleichen,
Hathor auf dem Haupte des Rê.
Deine Augen schlugen Nubien,
Du große Herrin von Punt,
schöner Born des Nordwindes,
Herrin lieblicher Luft!
Zu Dir kommt der Norden im Segelwind
und der Süden im Ruderschlag
mit Ochsen, Gänsen und Weihrauch,
sie Deinem Heiligtum zu opfern.
Ich war ein Musikant der Hathor,
sie hört die Bitten jeder Tochter,
die weint und auf Hathor baut.
Das schöne Fest der Toten
Das Festprogramm:
Das Herz erfreuen, etwas Schönes sehen,
Vorträge, Tänze und Gesänge,
Myrrhen auflegen, sich mit Öl salben,
eine Lotosblüte an der Nase,
Brot, Bier, Wein, Süßigkeiten und anderes vor sich,
für den Fürsten und Wesir Rechmirê,
mit dem seine Frau, die sein Herz liebt, zusammen ist,
die Herrin seines Hauses Merit.
•
Nimm zu trinken,
feiere einen schönen Tag
in deinem Hause der Ewigkeit,
aus der Hand deiner Gattin Henutnefert
Dir zum Wohl, Geehrter,
ein weißes Kleid,
Öl für deine Schulter,
Kränze an deinen Hals,
deine Nase mit Gesundheit und Leben zu erfüllen.
Myrrhen auf deinen Scheitel,
die von Amun-Re kommen.
•
… die nicht untergehenden Sterne,
mögen sie dir Schutz um dich breiten.
Mögen sie die die Wege zum Himmel öffnen
und die Tore der Unterwelt aufschließen.
Mögest du hervorkommen
indem du als Gott erscheinst,
indem du im Himmel verklärt bist,
indem du in der Sternenwelt entstanden bist…
•
Preis ist der Himmel, Jubel in der Tragbarke
und Jauchzen überall an den Ufern
über Amun in Karnak und in seinen südlichen,
nördlichen, westlichen und östlichen Heiligtümern.
Möge er die Würde des Grabherren hoch sein lassen,
in Frieden, in Frieden bei ihm!
Geöffnet sind die Türflügel des Himmels,
aufgetan sind die Türflügel des Firmaments,
geöffnet ist der Weg in der Gräberstadt.
Möge er (der Tote) an diesem Tag erfrischt werden …
Mögen ihm Lobpreisungen aus der Sonnenbarke zugerufen werden!
Denn er weiht ein Gottesopfer an Amun
und die Götter, die bei ihm sind.

