Fingerhut

Familie:  Braunwurzgewächs – Scrophulariaceae

Roter Fingerhut – Digitalis purpurea

Beschreibung: 40-150 cm, zweijährig; purpurrote (selten rosa oder weiße) Blüten

Vorkommen: Kahlschläge, Wegränder; basenarmer, stickstoffsalzhaltiger Boden

Bestäubung durch Hummeln

CAVE: allergische Reaktionen auf der Haut

Sammelvorschrift: im ersten Jahr erntet man die grundständigen Blätter, im zweiten Jahr zwei- bis viermal die Stängelblätter an sonnigen Tagen in den Mittagsstunden, da der Glykosidgehalt dann am höchsten ist (Becker, et al., 2009)

Droge: Tinktur

apothekenpflichtig

Inhaltsstoffe:  Blätter: giftig – Purpureaglykosid A und B, Glykogitaloxin, Glycoverodoxin u.a., die beim Trocknen in die ebenfalls giftigen, herzwirksamen Sekundärglykoside u.a. übergehen (Becker, et al., 2009)
herzwirksame Glykoside > 0,3 g des getrockneten Blattmaterials können tödlich sein

Anwendung:   

  • Behandlung von Herzinsuffiziens durch Steigerung der Schlagkraft des Herzmuskels – geringe therapeutische Breite !
  • Wundbehandlung torpider sowie chronischer Wunden aller Art, auch chronische Ulzerationen (Weiss, 2017)

Arzneimittel: Digoxin

Pferd: hochgiftig sind hauptsächlich die Blätter, auch in trockenem Zustand (im Heu) > Puls verlangsamt, große Mattigkeit, Salivation, Durchfälle (evtl. hellgefärbt), häufiges harnabsetzen (evtl. rotbraun), anormale und immer unregelmäßiger werdende Pulsfrequenz, später Herzversagen; LD 100-200 g frische bzw. 25 g getrocknete Blätter

Hund: LD 5 g getrocknete Blätter

Rinder vertragen mehr als 150 g

Ewigkeitsredder, Neuwittenbek

Wolliger Fingerhut – Digitalis lanata


Großblütiger Fingerhut – Digitalis grandiflora

Mehrjährig, Blüten schwefel- oder ockergelb, keine Heilpflanze, giftig, 30-70cm, Staude


Gelber Fingerhut – Digitalis lutea

Mehrjährig, kleine hellzitronengelbe Blüten, Heilpflanze, giftig