
Zeitenwende im Norden
Im Jahre 1066 zerstört ein feindliches Heer den wichtigsten Handelsplatz im gesamten Ostseegebiet, Haithabu/Schleswig. Seit seiner Gründung um 800 ist der Ort jahrhundertelang die zentrale Drehscheibe für den Austausch von Waren aller Art.
Der dänische König Sven Estridsen beschließt einen Wiederaufbau der Stadt am Nordufer der Schlei. Diese Verlagerung ist nicht nur der Zerstörung geschuldet. Die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Rahmenbedingungen haben sich innerhalb einiger Jahrzehnte grundlegend verändert. Diese neue, moderne Stadt kann den Erfordernissen leichter angepasst werden.
Die Veränderungen, die zur Verlegung der Stadt führen, erfassen ganz Nordeuropa: Die skandinavischen Königreiche werden Teil des christlichen Europas. Im historischen Denken bleibt diese Zeitenwende präsent. Dabei werden die als Wikingerzeit bezeichneten Jahrhunderte immer wieder verklärt.
(Ausstellungstext)







Auf dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein sind im frühen Mittelalter bzw. in der Wikingerzeit vier verschiedene Ethnien ansässig – Friesen, Dänen, Sachsen, Slawen. Das sächsische Gebiet gehört ab 810 zum Fränkischen Reich und nach dessen Teilung 843 zum Ostfränkischen Reich.
(Ausstellungstext)
- rote Linie = Danewerk
- Punkte = Burgen
Reitergrab von Lundby


Aufgrund der fortschreitenden Christianisierung sind mit Beigaben ausgestattete Gräber des 11.Jh. sehr selten.


Schleswig – Besiedelung




Im Schleswiger Dom wurde in sekundärer Verwendung ein im Urnesstil verzierter unvollständiger Runenstein gefunden. Er wurde zur Erinnerung an jemanden gesetzt, der in England in „Skia“ bestattet wurde. Dabei könnte es sich um den Ort Shoebury in Essex handeln, an dem noch 1086 dänische Grundbesitzer erwähnt sind.













Battle:Reloaded • Margret Eicher • 2022


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