
Eines der ältesten und repräsentativsten Gebäude der Stadt ist die „Alte Apotheke„, die bereits 1385 urkundlich erwähnt wurde.
Es diente bis 1689 als Wohnhaus, Witwenpalais und Prinzessinhof.
Danach zog von 1803 bis 1928 die Hofapotheke ein.
Nach einer Renovierung 1982 wurde es als Museum des Kreises Plön eröffnet.

Eine schöne Halle und ein freundlicher Museumsangestellter begrüßen mich.
Die Sammlung ist chronologisch aufgebaut. So starte ich also in der Vorgeschichte und bin von dem ersten Ausstellungsstück schon überrascht.







Svantovit
slawische Gottheit; Kriegsgott, Orakelspender, oberster Gott der Ranen; vierköpfig kann er in alle Himmelsrichtungen schauen
Nachbildung gefertigt von Alexander Krieger, Mitglied der Wikingergruppe Rhossow
Lesetipp: Die Slawenchronik von Helmold von Bosau






Im Gartensaal des Museums werden Grabungsfunde einer Preetzer Töpferei des 17. bis 19. Jahrhunderts, Gebrauchsgeschirr aus der Probstei, aus Lütjenburg und aus Plön sowie aus Marburg eingeführte Ware mit Applikationen gezeigt.

Nach Holstein eingeführte Marburger Ware.
(Mitte 19. Jhd.)
Plastischer Dekor war in dieser Zeit auch bei den Töpfern in Holstein beliebt.





An der Treppe nach oben hängen Ofenplatten.


In einem Raum sind diverse Utensilien der Plöner Gilden ausgestellt.







Herzog Johann Adolf und der schwarze Trompeter Christian Gottlieb
Die Figuren zeigen den Herzog und den Schwarzafrikaner, der als Hof- und Feldtrompeter im Dienst des Herzogs stand. Die steile Karriere des ehemaligen Sklaven sorgte für gehöriges Aufsehen, vor allem seine Heirat mit der Tochter eines Plöner Ratsherren.
Nach volkstümlicher Überlieferung verliebte sich Gertrud Radeleff in ihn, als er ihren ins Eis eingebrochenen Bruder unter Lebensgefahr rettete. Nach erheblichem Widerstand seitens der Angehörigen der Braut gab schließlich der Herzog selbst dem Paar den Segen.
Christian Gottlieb wurde 1690 vor dem Altar der Johanniskirche bestattet. Noch heute erinnern die große Grabplatte an der Ostseite der Kirche sowie eine Grabplatte im Kircheninneren an ihn.
Die Figuren von 1972 wurden dem Museum 2013 als Geschenk von der Familie Langfeldt übergeben.
Alte Apothekenoffizin
Die spätklassizistische Offizin von 1842 steht als Dauerleihgabe der jetzigen Besitzer der Plöner Hofapotheke im Museum.







Bis zum Schluss des Museumsbesuches habe ich mir die Glassammlung aufgehoben. Das war eine gute Entscheidung, denn plötzlich kam die Sonne raus und ließ die Farben erstrahlen…
